Frühchen ins Gehirn geblickt: Das Kleinhirn von zu früh geborenen Babys unterscheidet sich auch zum Zeitpunkt des eigentlich errechneten Geburtstermins noch deutlich von dem Normalgeborener. Bestimmte Stoffwechselprodukte deuten auf eine geringere Integrität der Nervenzellen bei den Frühchen hin, wie Forscher nun berichten. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Das Gehirn versucht diese Defizite offenbar aktiv zu kompensieren.
Wenn Babys mehrere Wochen zu früh das Licht der Welt erblicken, ist ihr Körper auf das Leben da draußen noch nicht vorbereitet: Frühchen wirken kleiner und zerbrechlicher als Normalgeborene und können oftmals noch nicht selbständig atmen oder trinken. Auch ihr Gehirn ist in der Regel noch unreif.
Diese Defizite zum Geburtszeitpunkt wirken auch im späteren Leben der Kinder nach. Studien zeigen, dass Frühgeborene anfälliger für bestimmte Krankheiten sein können, häufiger bei der motorischen Entwicklung hinterherhinken und beim Lernen in der Schule langsamer sind als gleichaltrige Klassenkameraden.
Unterschiede im Kleinhirn
Die typischen Defizite in der kognitiven Entwicklung führen Wissenschaftler unter anderem auf Veränderungen im Großhirn zurück. Diese Region des Gehirns ist zum Beispiel für Sprache, Logik, Orientierung und Erinnerungsvermögen wichtig. „Die Rolle des Kleinhirns wurde in der Forschung bisher dagegen kaum untersucht“, schreiben Catherine Limperopoulos vom Children’s National Health System in Washington DC und ihre Kollegen.