Die Leistungsfähigkeit des Gehirns hat seinen Preis: Sie benötigt sehr viel Energie. Wissenschaftler haben nun jedoch herausgefunden, dass die Übertragung elektrischer Signale im Säugerhirn sehr effizient ist. Demnach verbrauchen Nervenzellen von Säugern für die so genannten Aktionspotenziale rund dreimal weniger Energie als bisher angenommen. Das berichten Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift „Science“.
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Das menschliche Gehirn benötigt etwa 1,5-mal so viel Energie pro Zeit wie das Herz, rund die Hälfte davon für den normalen Stoffwechsel der Nervenzellen. Von der verbleibenden Hälfte wird ein Teil zur Bildung elektrischer Signale aufgewendet, mit denen die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Das für die Gehirnfunktion besonders bedeutungsvolle Aktionspotenzial entsteht durch den Ein- und Ausstrom von elektrisch geladenen Atomen. Dabei strömen positiv geladene Natrium-Ionen durch Proteine in der Zellmembran, die so genannten Natriumkanäle, in die Nervenzelle und laden das ursprünglich elektrisch negative Zellinnere positiv auf . Positiv geladene Kalium-Ionen fließen durch Kaliumkanäle aus dem Zellinnern nach außen und lassen die Nervenzelle wieder negativ werden.
Ionenpumpen als Energiefresser
Um nach einem Aktionspotenzial die ursprüngliche Ionenverteilung wieder herzustellen, müssen Natrium-Ionen unter Energieaufwand aus der Zelle hinaus und Kalium-Ionen hinein gepumpt werden. Ihr Energiebedarf hängt daher eng damit zusammen, wann wie viele Ionen ein- und ausströmen.