Im Takt des Atmens: Der Rhythmus unserer Atmung bestimmt darüber, wie sich unsere Hirnregionen im Schlaf synchronisieren, wie Experimente an Mäusen nahelegen. Demnach schwingen bestimmte Hirnwellen im Takt der Atemzüge. Ihr Rhythmus beeinflusst offenbar die Erregbarkeit neuronaler Schaltkreise und sorgt auf diese Weise dafür, dass Neuronen verschiedener miteinander verknüpfter Hirnregionen synchron feuern.
Während wir schlafen, synchronisiert sich die Aktivität in verschiedenen Regionen unseres Gehirns. Auf diese Weise können Informationen und Eindrücke, die wir während des Tages gesammelt haben, verarbeitet werden und ins Langzeitgedächtnis gelangen. Unwichtige Eindrücke und auch die nächtlichen Träume werden in dieser „Aufräum“-Phase gelöscht. Welche Mechanismen der nächtlichen Synchronisation des Gehirns zugrunde liegen, war allerdings bislang unklar.
Blick ins schlafende Gehirn
Ein Team um Nikolaos Karalis von der Ludwig-Maximilians-Universität München hat nun an Mäusen nachgewiesen, dass der Taktgeber dieser Synchronisation die Atmung ist. Dazu implantierten die Forscher den Mäusen Elektroden in verschiedene Regionen des Gehirns, die die jeweilige Aktivität der Nervenzellen maßen.
Zu den untersuchten Hirnregionen zählten der Hippocampus, der als Schnittstelle zwischen dem Kurzzeit- und dem Langzeitgedächtnis gilt, der Kortex, in dem stabile Nervenverbindungen das Langzeitgedächtnis bilden, sowie weitere Teile des limbischen Systems, die ebenfalls mit Erinnerungen in Verbindung gebracht werden. Eine weitere Elektrode im Riechkolben der Tiere zeichnete ihren Atemrhythmus auf.