Eine starke Muskelanspannung, ein Husten – winzige Belastungen können Menschen, die unter Osteogenesis imperfecta leiden, bereits die Knochen brechen. Verursacht wird die so genannte Glasknochenkrankheit durch verschiedene Gendefekte, die die Synthese von Kollagen behindern. Wissenschaftler haben nun einen weiteren, bisher völlig unbekannten Krankheitsmechanismus aufgedeckt.
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Danach versetzen fehlerhaft gefaltete Prokollagene knochenbildende Zellen in solchen Stress, dass sie in den programmierten Zelltod getrieben werden, die Apoptose. Die Folgen der seltenen Erbkrankheit sind eine reduzierte Knochendichte, extrem brüchige Knochen und oft auch eine verringerte Lebenserwartung. Die Forscher des GSF – Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift PLOS PLoS Genetics.
Mutation stört Proteinfaltung
„Wir konnten durch chemisch ausgelöste Mutationen eine Mauslinie erzeugen, deren Kollagensynthese durch einen Defekt im Gen für das Prokollagen proa1(I) gestört ist“, erzählt Professor Martin Hrabé de Angelis, der Leiter des GSF-Instituts für Experimentelle Genetik.