1832 sammelte Charles Darwin auf einer Expedition in Argentinien unter anderem etliche Insekten. Hierzu zählte auch ein Käfer, der eine ganz besondere Geschichte haben sollte. Für viele Jahre galt der Käfer als verschwunden. 2008 tauchte er glücklicherweise wieder auf – und entpuppte sich prompt als neue, bisher unbekannte Gattung. Heute, an Darwin’s Geburtstag, benennen US-Forscher ihm zu Ehren diese neu entdeckte Gattung nach ihrem ersten Entdecker „Darwinilus“.
Die weltweit größte Ordnung unter den Insekten bilden die Käfer. Mehr als 350.000 verschiedene Käferarten sind bereits beschrieben. Und es werden immer mehr. Weltweit werden Exemplare in großen Sammlungen aufbewahrt. Durch akribisches Beobachten, Vergleichen, Aufzeichnen können Wissenschaftler diese enorme Vielfalt klassifizieren. Und hin und wieder gehört auch ein Glücksfund dazu.
Verschwundener Darwin-Käfer wiederentdeckt
Dem Entomologen Stylianos Chatzimanolis von der University of Tennessee ist es durch einen Zufall gelungen, den lang verschwundenen Darwin’schen Käfer 2008 wieder zu entdecken. „Als Leihgabe erhielt ich etliche Insekten von dem Museum in London und zu meiner Überraschung erkannte ich, dass eines davon aus Darwins Sammlung stammte.“, erklärt Chatzimanolis.
Anhand dieses Käfers und noch einem zweiten Vertreter seiner Art erkannte Chatzimanolis, dass es sich um eine bis dahin noch unbekannte Gattung und Spezies von Käfern handelte Normalerweise braucht es zwar schon deutlich mehr als zwei Exemplare, um eine neue Art zu beschreiben. Aus zwei Gründen entschloss sich Chatzimanolis aber dennoch zu diesem Schritt: Zum einen hat er mehr als zwölf Jahre lang alle großen entomologischen Sammlungen Nordamerikas und Europas studiert. Es war ihm nie ein Käfer dieser Art begegnet. Zum anderen begründet er schlicht und einfach: „Eines der zwei Exemplare wurde schließlich von Darwin selbst gefunden.“