Von wegen niedlich: Verwilderte Katzen gehören zu den gefährlichsten Feinden vieler bedrohter Tierarten. Die Samtpfoten sind immerhin schuld an einem Viertel aller in der Neuzeit ausgestorbenen Vögel, Reptilien und Säugetiere, wie nun eine Studie enthüllt. Übertroffen wird ihr Bedrohungspotenzial nur noch von Ratten und anderen Nagetieren, auf deren Konto rund 30 Prozent aller Aussterbe-Fälle geht. Erst dahinter folgen Hunde, Füchse und Schweine.
Eingeschleppte oder gar absichtlich freigesetzte Tierarten sind eine der Hauptbedrohungen für die weltweite Artenvielfalt. Mit dem sich ausweitenden globalen Handel gelangen fremde Arten in neue Gebiete und bringen die etablierten Lebensgemeinschaften durcheinander – mit oft fatalen Folgen für die heimische Tierwelt. Vor allem invasive Säugetiere gelten dabei als besondere Gefahr für die Artenvielfalt.
Invasoren schuld an 58 Prozent der Aussterbefälle
Welche Säugetiere sich bisher als besonders gefährliche Invasoren erwiesen haben und wie viele seit 1500 ausgestorbene Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten auf ihr Konto gehen, haben nun Tim Doherty von der Deakin University in Australien und seine Kollegen ermittelt. Für ihre Studie werteten sie Daten der Roten Liste zu 738 bedrohten oder bereits ausgestorbenen Tierarten aus, für die eine oder mehrere Säugetierarten als Ursache gelistet war.
Das Ergebnis: Zusammengenommen sind die 30 invasiven Säugetierarten für das Aussterben von 87 Vogelarten, 45 Säugetierarten und zehn Reptilien verantwortlich – das entspricht 58 Prozent aller Aussterbefälle dieser Tiergruppen. Als die größten „Killer“ erwiesen sich dabei Nagetiere, Katzen, Hunde und Rotfüchse sowie Schweine, wie die Forscher berichten.