Allergie-Vorbeugung durch frühen Kontakt – dass das zumindest bei Eiern und Erdnüssen funktioniert, belegt nun eine Meta-Analyse britischer Forscher. Wenn Kinder schon früh regelmäßig diese Nahrungsmittel verzehren, reagieren sie später demnach seltener allergisch darauf. Um erstaunliche 70 Prozent ließ sich so das Erkrankungsrisiko im Fall von Erdnüssen senken – bei Eiern immerhin um rund 40 Prozent.
Rund eines von zwanzig Kindern in Westeuropa ist gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch – Tendenz steigend. „Bei immer mehr Kindern wird heute eine Nahrungsmittelallergie festgestellt“, sagen Forscher um Robert Boyle vom Imperial College London. „Die Zahl der Allergiker nimmt seit dreißig Jahren zu.“
Kann man vorbeugen?
Warum das so ist, ist bisher unklar. Diskutiert werden ernährungsbedingte Veränderungen der Darmflora, der Einfluss von Antibiotika und Umweltfaktoren wie Feinstaub oder Weichmacher.
Ob es eine Möglichkeit gibt, einer Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Nahrungsmittel wie Weizen, Eier oder Erdnüsse durch einen frühen Kontakt mit diesen Allergenen vorzubeugen, ist strittig: „Manche Studien finden einen Effekt, andere nicht“, sagt Boyle. Um diese Frage endgültig zu klären, haben er und sein Team nun Daten aus 146 Untersuchungen mit insgesamt über 200.000 Kindern ausgewertet.