Kleiner Stich mit bösen Folgen? Erstmals haben Forscher Borrelien auch in deutschen Stechmücken nachgewiesen. Sie fanden die Erreger der Lyme-Borreliose in insgesamt zehn verschiedenen Mückenarten. Damit kann die Krankheit theoretisch nicht nur durch Zecken, sondern auch durch Mücken übertragen werden. Praktisch spielen sie nach derzeitigem Erkenntnisstand jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Es bestehe kein Grund zur Panik, beruhigen die Wissenschaftler.
Sie werden in der Regel durch Zecken übertragen und können akute und chronische Beschwerden in Gelenken, Muskeln und im Nervensystem verursachen: die Erreger der Lyme-Borreliose. Zwischen 40.000 und 214.000 Menschen stecken sich in Deutschland jedes Jahr mit den Bakterien an. Eines der wenigen klaren Anzeichen für eine Infektion ist die sogenannte Wanderröte, rote, kreisrunde Verfärbungen um einen Zeckenstich herum.
Doch obwohl hierzulande der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) als Hauptüberträger gilt, entdecken Wissenschaftler immer wieder vereinzelte Borrelien-Erreger in anderen Insekten wie Bremsen oder Flöhen. Forscher um Christian Melaun vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum haben nun auch Mücken auf ihr Übertragungspotential hin untersucht – und sind fündig geworden.
Zehn Stechmückenarten befallen
Für seine Studie ging das Team auf Mückenjagd: An 42 Fangstandorten über das gesamte Bundesgebiet verteilt fingen die Wissenschaftler im Jahr 2013 von April bis Oktober Stechmücken der Gattungen Aedes, Culiseta, Culex und Ochlerotatus und testeten sie auf Borrelien.