Ein einziges Gen, eine microRNA, kann die Bildung von hunderten von Proteinen steuern. Auf diese Weise können solche microRNAs auch das Verhalten menschlicher Zellen programmieren. Diese neue Erkenntnisse darüber, wie Zellen die Produktion von Proteinen steuern, hat ein deutsch-britisches Forschungsteam jetzt in Nature online veröffentlicht.
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Proteine sind die wichtigsten Baustoffe aller Lebewesen: Aus ihnen bestehen der Körper, die Organe, alle Gewebe und Zellen sowie die molekularen Maschinen in diesen Zellen. Gene speichern die biologische Information und sind damit die Baupläne für Proteine. Alle Zellen im menschlichen Körper, ob Muskel- oder Hautzelle, Blut- oder Leberzelle, haben die gleichen Gene. Und dennoch produzieren die verschiedenen Zellen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Proteine. Das muss so sein, denn nur dann kann sich ein Organismus gesund entwickeln und gesund bleiben. Dazu werden die Gene reguliert, das heißt an- und abgeschaltet.
microRNAs bekannt, genaue Funktion nicht
Erst seit einigen Jahren ist bekannt, dass microRNAs bei dieser Genregulation eine wichtige Rolle spielen. Sie bestimmen also mit, welche Proteine in einer Zelle produziert werden. Schlägt diese Regulation fehl, können viele Krankheiten entstehen. Forscher versuchen weltweit Methoden zu entwickeln, um zu erkennen, welche microRNAs in Körperzellen aktiv sind und welche Proteine sie steuern.Bisher kennt die Forschung schon mehrere hundert microRNAs des Menschen, aber welche Proteine sie regulieren, ist nicht bekannt.