Schnellere Reaktion: Wer schon viele Jahre ein Instrument spielt, der reagiert auch im Alltag schneller. Ein Experiment belegt, dass musikerprobte Teilnehmer deutlich geringere Reaktionszeiten auf Lärm oder taktile Reize zeigen. Weil diese Reaktionsschnelligkeit vor allem im Alter stark nachlässt, könnte das Musizieren hier wertvollen Ausgleich schaffen, so die Vermutung der Forscher.
Wer jahrelang intensiv ein Musikinstrument spielt, der prägt und verändert auch sein Gehirn. Das Üben fördert die Entwicklung neuer Nervenverbindungen im Gehirn, es stärkt die Selbstdisziplin und Konzentrationsfähigkeit. Im Alter hilft das musikalische Training der Kindheit, Sprache besser zu verstehen und zu verarbeiten.
Reaktionszeiten im Test
Jetzt haben Simon Landry von der University of Montreal und seine Kollegen eine weitere positive Wirkung des Musizierens entdeckt: Es erhöht die Reaktionszeiten auf äußere Reize, wie ein Vergleich von 19 Nichtmusikern und 16 Menschen, die mindestens seit sieben Jahren ein Instrument spielten ergab.
Für die Studie sollten die Teilnehmer mit der Computermaus klicken, sobald sie über Kopfhörer einen Lärmpuls hörten oder ihr auf einer Vibrationsbox liegender Zeigefinger eine Vibration spürte. In einigen Fällen lösten die Forscher auch den akustischen und taktilen Reiz gleichzeitig aus. Ziel war es, die Reaktionszeit der Probanden zu ermitteln.