Stoßfeste Doppelfunktion: Der ölgefüllte Vorderkopf der Pottwale dient nicht nur als Sonar, er fungiert bei den Männchen auch als Rammbock. Wie die Wale diese beiden scheinbar konträren Funktionen – einerseits sensibel, andererseits rabiat – miteinander vereinen, haben nun Forscher herausgefunden. Wie sich zeigt, verhindert eine raffinierte Konstruktion des Kopfinneren, dass bei der Wucht der Stöße Risse und Brüche im Schädel auftreten.
Schon seit dem 19. Jahrhundert gibt es Berichte von Fischern, dass Pottwale ihre Schiffe angegriffen und durch Rammstöße beschädigt oder gar versenkt haben sollen. Auch der Roman „Moby Dick“ von Hermann Melville war von diesen Geschichten inspiriert. Auf den ersten Blick erscheinen sie auch plausibel, denn der Vorderkopf der Walmännchen ist extrem vergrößert und reicht bis zu eineinhalb Metern über ihre Schnauzenspitze hinaus.
Massiges Organ mit ölgefüllten Säcken
„Der Vorderkopf der Pottwale ist eine der seltsamsten Strukturen im Tierreich“, erklärt Erstautorin Olga Panagiotopoulou von der University of Queensland. „Im Inneren besteht er aus zwei gewaltigen, ölgefüllten Säcken, die aufeinander gestapelt sind. Sie können ein Drittel der Gesamtlänge des Wals ausmachen und mehr als ein Viertel seiner Masse.“
Aber wozu dienen diese seltsamen Ölreservoire? Schon seit längerem ist bekannt, dass das Kopforgan der Pottwale eine wichtige Rolle für ihre Schallortung spielt: Sie verstärken und fokussieren die Sonar-Klicks und erleichtern damit die Orientierung und Ortung von Beute. Auch zum Auftrieb des Wals im Wasser tragen sie der Theorie nach bei.