Schwindender Düngeeffekt: Doch der positive Effekt des Treibhausgases Kohlendioxid auf das Pflanzenwachstum lässt nach – und damit auch die klimatische Pufferwirkung der Vegetation. Seit den 1980er-Jahren hat der Düngeeffekt des CO2 schon um rund 30 Prozent abgenommen, wie eine Studie belegt. Ursache dafür sind Begleitfaktoren wie Wasser- und Nährstoffmangel, die das Pflanzenwachstum limitieren.
Pflanzen spielen eine entscheidende Rolle im Klimasystem unseres Planeten. Denn durch ihre Photosynthese nehmen sie große Mengen an CO2 auf und wirken so den steigenden Treibhausgaswerten und dem dadurch verursachten Klimawandel entgegen. Weil höhere CO2-Konzentrationen in der Luft das Pflanzenwachstum anregen, ist die Erde dadurch sogar messbar grüner geworden.
Wie stabil ist der CO2-Düngeeffekt?
Doch das Ganze hat einen Haken: Dieser Düngeeffekt des CO2 und damit auch die Pufferwirkung der Vegetation sind nicht unbegrenzt steigerbar. Fehlt es den Pflanzen an Wasser oder Nährstoffen, oder wird es ihnen zu heiß, wachsen sie trotz reichlich CO2 nicht besser. Schon jetzt belegen Studien, dass einige Tropenwälder dadurch immer wieder vorübergehend zu CO2-Schleudern statt CO2-Senken werden.
Ob der CO2-Düngeeffekt – als β-Faktor bezeichnet – jedoch auch global an Schwung verliert und wie stark, war bislang unklar. Songhan Wang von der Nanjing Universität in China und sein internationales Team haben deshalb die globalen Trends des Düngeeffekts von 1985 bis 2015 mithilfe mehrerer unabhängiger Satelliten-Datenreihen überprüft. Diese umfassten unter anderem Messungen des Vegetationsindex, der Photosynthese-Intensität und weitere Indikatoren des Pflanzenwachstums.