Socken in die Sockenschublade, Hemden in den Kleiderschrank – das Ordnungsprinzip „Gleiches zu Gleichem“ ist den meisten in Fleisch und Blut übergegangen. Aber was genau heißt das? Wie kategorisiert unser Gehirn Gegenstände und wo findet diese Zuordnung statt? Genau das haben jetzt amerikanische Wissenschaftler herausgefunden und ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.
{1l}
Wissenschaftler der Harvard Medical School (HMS) um den Neurobiologen David Freedman führten dafür Versuche mit Affen durch. Diese lernten, ein einfaches Computerspiel zu spielen, bei dem visuelle Bewegungsmuster einer von zwei Kategorien zugeordnet werden mussten. Die Forscher beobachteten dabei die Aktivität von Neuronen in zwei verbunden Gehirnbereichen, dem parietalen Kortex (Hirnrinde im Scheitelbereich) und dem Bereich des temporalen Lobus, des mittleren Schläfenlappens.
Aktivität im Scheitelhirn
Es zeigte sich, dass die Aktivität der parietalen Neuronen die Entscheidungen der Affen widerspiegelte, welcher der beiden Kategorien sie das jeweilige Muster zuordneten. Im Gegensatz dazu reagierten die Nervenzellen der temporalen Region sensitiver auf Unterschiede im Aussehen innerhalb der verschiedenen Muster und ignorierten die Zugehörigkeit zur den Kategorien. Zunehmende Erfahrung und Lernen veränderte die Repräsentation der Kategorien im parietalen Kortex zudem dramatisch. Im Laufe von mehreren Wochen trainierten die Forscher die Affen darauf, die bekannten visuellen Muster jetzt zwei neuen Kategorien zuzuordnen. Als Folge strukturierte sich auch die neuronale Aktivität im parietalen Kortex komplett um.