Die Schweinegrippe ist noch immer auf dem Vormarsch. Besonders in den USA breitet sie sich aus. Hier haben jetzt Physiker mithilfe einer Simulation 4.000 Fälle bis zum 21. Mai als „Worst Case“ prognostiziert.
Die Ausbreitung der „Schweinegrippe“, Influenza H1N1, zeigt, dass auch Krankheitserreger heute von den vielfältigen globalen Reisemöglichkeiten und dem regen Reiseverkehr zwischen Ländern und Kontinenten profitieren. Auch wenn es erste Entwarnungen gibt: Besorgnis bleibt, denn die wenigsten Menschen können einschätzen, wie sich das Virus in den nächsten Wochen ausbreiten wird. Hier hilft die Wissenschaft: Mit Computermodellen können Wissenschaftler Prognosen über die wahrscheinliche Streuung der Viren treffen, um so rechtzeitig und am rechten Ort vorbereitet zu sein.
Der Physiker Professor Dirk Brockmann hat nun mit seinem Team an der Northwestern University in Evanston, USA, eine Drei-Wochen-Projektion für die Verbreitung des Virus der Schweinegrippe in den USA erstellt. Der Forscher, der bis 2008 am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen tätig war, forscht seit mehreren Jahren zum Thema „Bioinvasion und epidemische Verbreitung in komplexen Netzwerken“.
Netzwerktheorie als Basis der Modellierung
Für Vorhersagen über die Ausbreitung der Schweinegrippe in den USA haben Brockmann und seine Kollegen Christian Thiemann, Rafael Brune, Vincent David und Alejandro Morales Gallardo Modellierungsverfahren und moderne Methoden aus der Theorie komplexer Netzwerke verwendet. Die Wissenschaftler berücksichtigen dabei auf der einen Seite so genannte großskalige Vernetzungen wie die Flugverbindungen und Handelswege, auf der anderen Seite gehen auch biologische Details in die Berechnungen ein.