Aufmerksam im Schlaf: Unser Gehirn ist im Schlaf offenbar empfänglicher für Informationen von außen als es den Anschein hat. Wie eine Studie zeigt, nimmt unser Denkorgan auch im Schlummerzustand Geräusche wahr – und filtert sie je nach ihrer Relevanz. Diese Unterscheidung zwischen Wichtigem und Unwichtigem könnte unter anderem sicherstellen, dass wir in einer Notfallsituation schnell wach werden. Sie scheint jedoch nur im Leichtschlaf möglich zu sein.
Menschen, die schlafen, scheinen förmlich von der Außenwelt abgeschnitten zu sein: Ihr Bewusstsein ist ausgesetzt und sie bekommen von ihrer Umgebung nichts mehr mit – so zumindest wirkt es. Doch dieser Eindruck täuscht. Studien belegen, dass wir auch im Schlaf Geräusche wahrnehmen und sogar darauf reagieren. Aber nur in bestimmten Fällen: So können Menschen leicht vom Klang ihres eigenen Namens oder dem Geschrei ihres eigenen Babys geweckt werden, während sie andere Geräusche friedlich weiterschlummern lassen.
Schlummernde Probanden
Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Um das herauszufinden, haben Forscher um Guillaume Legendre von der École Normale Supérieure in Paris nun schlafenden Menschen ins Gehirn geblickt. Dabei spielten sie den schlummernden Probanden gleichzeitig zwei Stimmen vor. Beide ähnelten sich stark in ihren akustischen Eigenschaften wie der Stimmlage, unterschieden sich aber deutlich in Bezug auf den Inhalt. So rezitierte die eine Stimme Ausschnitte aus Dialogen oder Texten, die andere hingegen gab zwar französisch klingende, aber frei erfundene Worte ohne Bedeutung wieder.
Während des Experiments zeichneten die Wissenschaftler die Hirnaktivität der Teilnehmer mithilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) auf. Auf diese Weise konnten sie nachvollziehen, was die Schlafenden tatsächlich gehört hatten – und wie ihr Gehirn die Informationen von außen verarbeitet hatte.