Großwildjagd in der Steinzeit: Ernährten sich die Neandertaler wirklich fast ausschließlich von Mammutfleisch, wie oft vermutet? Dieses Bild stimmt nur teilweise, wie neuere Untersuchungen zeigen. Demnach waren die Neandertaler zwar erfolgreiche und effiziente Mammutjäger, dennoch spielten die riesigen Tiere nur eine untergeordnete Rolle im Speiseplan der Steinzeitmenschen – sie waren eher eine gelegentliches Plus.
Wenn es um die Lebensweise der Neandertaler geht, denken die meisten Menschen schnell an mammutjagende Höhlenmenschen. Und in der Tat zeigen archäozoologische Untersuchungen an Überresten ihrer Jagdbeute, dass die Neandertaler erfolgreiche Großwildjäger und ausgemachte Fleischfresser waren. Isotopenanalysen sprechen sogar dafür, dass Mammuts ganz oben auf dem Speiseplan der Steinzeitmenschen standen.
Treibjagden auf ganze Mammutherden?
Allerdings sprechen auch einige Argumente gegen Mammuts als Lieblingsmahlzeit der Neandertaler: Die riesigen Tiere zu jagen war alles andere als einfach, immerhin wurden sie über drei Meter hoch und bis zu sechs Tonnen schwer. Außerdem tauchten an den meisten Fundstellen von Siedlungen der Neandertaler nur selten Mammutknochen auf. Geoff Smith vom Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution Monrepos in Neuwied ist der Frage nach dem Mammutkonsum der Neandertaler daher genauer nachgegangen.
Dazu hat er zunächst die Jagdbeutereste des Fundplatzes La Cotte de St. Brelade auf der Kanalinsel Jersey akribisch untersucht. Dabei bestimmte er nicht nur Tierarten und Körperteile, sondern analysierte auch Verwitterung, Brandspuren, Raubtierverbiss und wie die Knochen zerbrachen oder zerbrochen wurden.