Fettleibige Kinder durch Umwelthormone: Wer schon im Mutterleib der Chemikalie Bisphenol A ausgesetzt ist, wird später eher dick. Ein Experiment mit Mäusen zeigt nun, warum das so ist: Offenbar wirkt sich die vorgeburtliche Belastung auf wichtige Appetitzentren im Gehirn aus. Als Folge reagieren diese weniger zuverlässig auf das Sättigungshormon Leptin. Sättigungssignale bleiben aus und es droht Übergewicht.
Die Umweltchemikalie Bisphenol A (BPA) steckt in vielen Alltagsprodukten – von Wasserflaschen, über Konservendosen, bis hin zu Plastikschüsseln und Kassenzetteln. Oft ist die Substanz Zusatzstoff in sogenannten Weichmachern, die Kunststoffe flexibel, geschmeidig und elastisch machen sollen. Doch die Chemikalie ist mehr und mehr umstritten.
Studien belegen, dass Bisphenol A in den Hormonhaushalt eingreifen kann – und womöglich sogar Autismus begünstigt, Wachstumsprozesse stört und Übergewicht verursacht. Demnach können vorgeburtliche Belastungen mit der Chemikalie bereits im Mutterleib den Grundstein für eine spätere Fettleibigkeit bei Kindern legen.
BPA im Mäusefutter
Wissenschaftler haben nun erste Hinweise darauf gefunden, warum die umstrittene Substanz den Nachwuchs dick macht. Das Team um Alfonso Abizaid von der Carleton University im kanadischen Ottawa hatte schon länger einen Verdacht: Könnte es sein, dass Bisphenol A die Wirkweise des Sättigungshormons Leptin beeinflusst? Immerhin verfehlt genau dieser Botenstoff bei übergewichtigen Menschen oft seine Funktion.