Programmiert zum Bewegungsmuffel: Ob jemand gerne Sport treibt oder lieber auf dem Sofa faulenzt, hängt offenbar auch vom Epigenom ab. Denn diese oft durch Umwelteinflüsse ausgelösten Veränderungen an der DNA beeinflussen die individuelle Neigung zu körperlicher Aktivität, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten. Im Experiment konnten sie Mäuse auf diese Weise zu regelrechten Couchpotatos machen.
Wer ein gesundes Leben führen will, sollte in Bewegung bleiben. Denn regelmäßige körperliche Aktivität wirkt Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen entgegen, hält das Gehirn fit und das Herz jung. Die meisten von uns kennen diese Zusammenhänge: Doch während die einen noch nach Feierabend Sport treiben und auch am Wochenende viel aktiv sind, landen andere trotz guter Vorsätze immer wieder auf dem Sofa.
Woran liegt es, dass sich manche Menschen problemlos zu körperlicher Aktivität motivieren können und andere genau daran scheitern? Machen uns womöglich die Gene zu Bewegungsmuffeln? Nicht direkt, wie Forscher um Harry MacKay vom Baylor College of Medicine in Houston nun herausgefunden haben. Stattdessen könnten es epigenetische Veränderungen sein, die uns zum Couchpotato-Dasein verführen – durch Umwelteinflüsse ausgelöste Modifikationen der DNA, die die Genaktivität beeinflussen.
Folgenreiche Umwelteinflüsse
Schon länger ist bekannt, dass Umwelteinflüsse vor allem in sensiblen Entwicklungsphasen nachhaltige Folgen für die Gesundheit haben können. MacKay und seine Kollegen hatten in früheren Experimenten bereits nachgewiesen, dass solche Einflüsse bei Mäusen mitunter Auswirkungen auf den Energiehaushalt haben. Faktoren wie die körperliche Aktivität der Mutter während der Schwangerschaft oder die Ernährung kurz nach der Geburt beeinflussen demnach den Hang zu Übergewicht und auch das Bewegungsverhalten der Nager.