Bisher kranken Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos an ihrer geringen Leistung, Alternativen wie Lithium-Schwefel-Akkus wiederum haben eine zu geringe Lebensdauer – bisher. Denn deutsche Forscher haben nun diese Batterien durch maßgeschneiderte Kohlenstoffkugeln so verbessert, dass sie drei Mal so viel Energie enthalten wie gängige Elektroauto-Batterien, und auch ausreichend lange halten. Erste Tests sind so erfolgreich, dass diese Akkus die Reichweite und Leistung von Elektroautos deutlich verbessern könnten, so die Forscher.
Um mit einem Elektroauto die gleiche Reichweite zu erzielen, wie mit einem durchschnittlichen Diesel-Fahrzeug, bräuchte es nach aktuellem Stand der Technik eine mehr als 500 Kilogramm schwere Batterie. „Elektroautos lassen sich mit den gegenwärtigen Lithium-Ionen-Batterien aufgrund deren geringen Energiedichte nicht wirtschaftlich betreiben“, erklärt Stefan Spange von der Technischen Universität Chemnitz. Die Batterien liefern, bezogen auf ihr Gewicht, einfach zu wenig Energie. Doch Spange und sein Team haben nun Lithium-Schwefel-Batterien so weiterentwickelt, dass sie genau diesen Mangel beheben könnten.
Begrenzte Lebensdauer
Lithium-Schwefel-Batterien bestehen aus einer Schwefel-Elektrode und einer Elektrode aus metallischem Lithium. Die Lithium-Schwefel-Batterie hat eine theoretische Kapazität von 1.672 Milli-Ampere-Stunden pro Gramm. Zum Vergleich: Die in den meisten Laptops verbauten Lithium-Ionen-Akkus erreichen eine theoretische Kapazität von 275 Milli-Ampere-Stunden pro Gramm, also nur rund ein Sechstel. Vorteile einer Lithium-Schwefel-Batterie sind neben dieser hohen Energiedichte der geringe Preis von elementarem Schwefel und dessen Verfügbarkeit in großen Mengen.
Der Nachteil der Lithium-Schwefel-Module: Sie sind nur sehr begrenzt haltbar. Elementarer Schwefel – also die Form, in der Schwefel in der Natur vorkommt – leitet keinen elektrischen Strom. Deshalb kann er nicht direkt als Elektrodenmaterial verwendet werden und wird vorwiegend in Kombination mit Kohlenstoff eingesetzt. Als weiteres Problem gelten Reaktionsprodukte des Schwefels, sogenannte Polysulfide, die im Elektrolyten – der Batterieflüssigkeit – löslich sind. Beim Laden und Entladen löst sich deshalb ständig Material aus der Schwefel-Elektrode heraus. Das führt zu einer schnellen Zerstörung der Batterie, wodurch die erste Generation der Lithium-Schwefel-Zellen eine sehr geringe Lebensdauer aufweist. Zudem ändert sich beim Laden und Entladen das Volumen des Schwefel-Materials, was dieses zusätzlich belastet.