Schutz für das Stromnetz: In Österreich wird zurzeit ein neu entwickelter Schwungradspeicher als Puffer für kurze, schnelle Stromschwankungen im Netz getestet. Das System speichert überschüssigen Strom in der Rotation eines schweren Schwungrads und gibt ihn über einen Generator bei Bedarf wieder ab. Durch Kombination dieses Schwungradspeichers mit einer Schnellladestation lässt sich die gespeicherte Energie auch direkt nutzen.
Mit zunehmenden Anteilen von Strom aus Sonne und Wind werden Puffer im Stromnetz immer wichtiger. Denn solche Energiespeicher können Schwankungen und Blackouts durch Dunkelflauten oder Überspannung vermeiden. Für längerfristige Veränderungen wie saisonalen Schwankungen eignen sich neben klassischen Pumpspeichern auch Energiespeicher in Bergwerken oder am Grund von Gewässern. Für kurzfristigere Schwankungen sind dagegen Großbatterien oder wärmebasierte Carnotbatterien besser geeignet.

Schwungradspeicher gegen schnelle Schwankungen
Eine weitere Technologie, um schnelle Stromschwankungen auszugleichen, testet zurzeit das FlyGrid-Projekt in Österreich: den Schwungradspeicher. Bei diesem schon sehr alten Konzept wird überschüssiger Strom genutzt, um ein schweres Schwungrad in Rotation zu versetzen. Dessen Drehung dient als mechanischer Energiespeicher. Wird der Strom dann wieder benötigt, wird ein Generator zugeschaltet, der die Rotation in elektrischen Strom zurückverwandelt.
Der Vorteil solcher Schwungradspeicher: Sie können innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten reagieren und dann in kurzer Zeit relativ große Energiemengen aufnehmen oder abgeben. Der Wirkungsgrad beim Be- und Entladen liegt teilweise bei 90 Prozent. Ebenfalls günstig: Anders als Batterien kann ein Schwungrad eine fast unbegrenzte Zahl an Ladezyklen absolvieren und hält daher sehr lange.