Simpel, aber effektiv: Um Strom zu erzeugen, reichen ein doppelseitiges Klebeband und eine Alu-beschichtete Plastikfolie, wie ein Experiment belegt. Denn wenn diese Alltagsmaterialien kombiniert werden, bilden sie einen triboelektrischen Generator – sie erzeugen Strom beim Schütteln oder wiederholten Pressen der aufeinander geklebten Folien. Im Test reichte ein solcher Minigenerator immerhin aus, um 400 LEDs oder eine Laserdiode mit Strom zu versorgen.
Der Trend geht zur mobilen Stromgewinnung: Künftig könnten LEDs, Sensoren oder Minicomputer auch ohne Batterien funktionieren – indem sie ihren Strom durch piezo- oder triboelektrische Nanogeneratoren gewinnen. In diesen entstehen durch Reibung, Druck oder Verschieben von Materialschichten Ladungsveränderungen, die sich als Elektrizität abgreifen lassen. Eingebettet in eine Schuhsohle, den Fußboden oder auch die Kleidung, können solche Nanogeneratoren zumindest kleine Geräte antreiben.

Aus Klebeband und Alufolie
„Seit seiner Erfindung im Jahr 2012 ist der tribolektrische Nanogenerator (TENG) einer der vielversprechendsten Kandidaten für kleine Energiesammler“, erklären Moon-Hyung Jang von der University of Alabama in Huntsville und seine Kollegen. Allerdings waren bisherigen TENGs kompliziert aufgebaut und aufwendig herzustellen. Die Forschenden haben daher nach einer Möglichkeit gesucht, vergleichbare Leistungen auch mit einem Nanogenerator aus einfachen, leicht verfügbaren Komponenten zu erreichen.
Das Team entwickelte dafür ein neuartiges Konzept, bei dem weder teure Bauteile noch komplizierte Fertigungsschritte nötig sind. Ihr triboelektrischer Generator benötigt nur ein doppelseitiges Klebeband und eine mit Aluminium beschichtete Plastikfolie aus PET. Beides sind Materialien, die im Baumarkt oder Internet leicht erhältlich sind. „Auch spezielle Fabrikationsmethoden werden für unser Konzept der Stromerzeugung nicht benötigt“, erklären Jang und seine Kollegen.