Steinfläche als Energiespeicher: In Zukunft könnten Küchenarbeitsplatte, Steinfußboden oder die Wand zu Stromlieferanten werden. Denn Forscher haben einen Mikro-Superkondensator entwickelt, der sich direkt auf Marmor, Granit und andere Steinoberflächen applizieren lässt. Die aus Kupfer und Metalloxiden bestehende Beschichtung ist gegen Stöße und Schläge unempfindlich, kann recycelt werden und produziert je nach Fläche genügend Strom für kleinere Elektrogeräte. Dies könnte neue Möglichkeiten für die heimische Lade-Infrastruktur eröffnen.
Neben den klassischen Lithium-Ionen-Akkus können auch Superkondensatoren Strom für mobile Geräten liefern. Sie haben zwar weniger Speicherkapazität als ein Akku, können dafür aber hohe Stromstärken in kurzer Zeit liefern. Sie können zudem fast unendlich oft und schnell ge- und entladen werden. Denn anders als bei Akkus tritt bei den Superkondensatoren nur eine Ladungsverschiebung, aber keine chemische Stoffänderung auf – das macht sie robuster. Mikro-Superkondensatoren wurden schon in textile Displays, kompostierbare Batterien oder sogar in Ziegelsteine integriert.
Steinoberfläche mit stromspeicherndem Extra
Eine weitere Variante von in Materialien integrierten Superkondensatoren haben nun Seunghyun Back von der Kookmin Universität in Südkorea entwickelt. Ausgangspunkt war die Überlegung, ob man nicht auch die Steinflächen von Küchenarbeitsplatten, Bodenfliesen oder Wandkacheln zu Stromlieferanten machen könnte. Dann könnten integrierte Lampen, Lautsprecher oder Thermostate ihre Energie direkt aus ihrem Umfeld beziehen.
Das Team entwickelte dafür einen Mikro-Superkondensator, der sich als dünne, aber robuste Beschichtung direkt auf die unebene Steinoberfläche auftragen lässt. Dafür wird der Schaltkreis mittels Kupfer-Nanopartikeln auf den Stein aufgebracht und mit einem Infrarotlaser angeschmolzen. Eine Kupferleitung ist dabei nur rund 100 Mikrometer breit. Für die Elektroden wird auf eine Hälfte der Leitungen Eisenoxid, auf die andere Manganoxid aufgedampft. Ein Elektrolyt aus Lithiumperchlorat in einem Polymer vervollständigt den Superkondensator.