Von wegen wertlos: Nanokristalle aus Pyrit, dem sogenannten Katzengold, ermöglichen leistungsfähige Akkus. Wissenschaftler aus der Schweiz haben damit eine aufladbare Batterie entwickelt, die nur einen Bruchteil so teuer ist wie ein Lithium-Ionen-Akku. Die Katzengold-Batterie ist außerdem umweltfreundlicher und sicherer. Sie ist damit gut geeignet, um große stationäre Speicherakkus für ein stabiles Ökostromnetz zu konstruieren, schreiben die Forscher im Magazin „Chemistry of Materials“.
Für den Umstieg auf erneuerbare Energien sind auch leistungsfähige und preisgünstige Stromspeicher nötig. Da Ökostrom nur unregelmäßig produziert wird, sollen zukünftig sogenannte stationäre Zwischenspeicher die ins Stromnetz eingespeiste Strommenge stabil halten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um große aufladbare Batterien, die innerhalb von Gebäuden oder neben Kraftwerken aufgestellt werden. Auch die Zahl der Elektroautos, die ihre Akkus schnell aufladen müssen, wird in Zukunft zunehmen.
Leistungsfähig und kostengünstig
Die bekanntesten leistungsfähigen Stromspeicher sind derzeit Lithium-Ionen-Akkus. Sie haben eine hohe Speicherkapazität und lassen sich schnell aufladen, ob im Smartphone oder Elektroauto. Als stationäre Zwischenspeicher eignen sie sich jedoch nur schlecht: Sie sind zu teuer, und das wertvolle Lithium ist zu knapp für die erforderliche Massenproduktion im Maßstab der Zwischenspeicher. Daher sind preisgünstige Alternativen aus massenhaft verfügbaren Materialien gefragt.
Die Kombination von Leistungsfähigkeit und niedrigem Preis ist Forschern um Maksym Kovalenko von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) bei Zürich nun mit einem Material gelungen, dass geradezu sprichwörtlich für seinen geringen Wert ist: dem landläufig als Katzengold bezeichneten Pyrit. Dieses Mineral ist ein kristallines Eisensulfid, es besteht also aus Eisen und Schwefel.