Wenn die Permafrostböden der sibirischen Tundra auftauen, führt dies gleich zweifach zur Emission von große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid: Zum einen aus dem Boden direkt, zum anderen aber über große Mengen an organischen Substanzen, die von Flüssen ins arktische Meer gespült werden. Ihr schneller Abbau dort setzt zusätzlich CO2 frei, wie eine schwedische Studie jetzt zeigt.
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In der Laptev-See nördlich von Sibirien münden gleich mehrere Flüsse. Einer von ihnen ist die Lena, die mit ihrer Länge und dem Einzugsbereich zu den zehn größten Strömen der Erde gehört. Sie fließt über weite Strecken durch die sibirische Tundra und ausgedehnte Permafrostgebiete. Solange der Boden hier gefroren ist, bleibt organisches Material eingeschlossen und kann nicht in den Fluss eingetragen werden. Doch was ist, wenn der Permafrost taut? Immerhin sagen Klimaforscher schon für die nähere Zukunft genau dies voraus. In einigen Gebieten hat das Abtauen sogar bereits begonnen.
Flüsse bringen Kohlenstoff ins Meer
Die Folgen eines solchen Abtauens hat Sofia Hjalmarsson, Wissenschaftlerin der Universität von Göteborg, jetzt genauer untersucht. Sie verglich das Kohlenstoffsystem zweier Gebiete, der Ostsee und der Laptev-See, dem Küstenbereich des Polarmeeres nördlich von Sibirien. Beiden gemeinsam ist, dass sie über einmündende Flüsse große Süßwassermengen erhalten, in denen Nährstoffe und organische Kohlenstoffverbindungen gelöst sind. Die sibirischen Flüsse strömen allerdings einen großen Teil ihres Wege durch Permafrostgebiete, die – noch – wenig organische Stoffe abgeben.