In Zentralspanien haben Forscher ein extrem ungewöhnliches Fossil eines fleischfressenden Dinosauriers mit Buckel entdeckt. Das jetzt in „Nature“ beschriebene 125 Millionen Jahre alte Relikt trägt einen einzigartigen Auswuchs am unteren Rücken. Seine Unterarmknochen weisen zudem Höcker auf, die bei Vögeln normalerweise der Verankerung der Schwungfedern dienen. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte dies ein Indiz für eine der frühesten Ausprägungen nicht-schuppiger Hautanhänge bei Dinosauriern sein.
Carcharodontosaurier waren mit mehr als acht Tonnen Gewicht und einer Länge von mehr als 13 Metern mit die größten Dinosaurier der Kreidezeit. Wegen ihres furchteinflößenden Gebisses nach Carcharodon, dem Weißen Hai, benannt, gehörten sie zusammen mit dem in Nordamerika beheimateten Tyrannosaurus rex und dem südamerikanischen Giganotosaurus zu den gewaltigen Fleischfressern ihrer Ära. Bisher allerdings waren fossile Relikte von Carcharodontosauriden nur in Afrika, auf dem Gebiet der heutigen Sahara gefunden worden.
Jetzt hat ein spanisches Forscherteam unter Leitung von Francisco Ortega von der Universität Madrid erstmals ein Skelett eines solchen Carcharodontosauriers auch in Spanien entdeckt. Die feinen Kalksteinsedimente der Fundstätte Las Hoyas in der zentralspanischen Provinz Cuenca haben die rund 125 Millionen Jahre alten Knochen nahezu vollständig konserviert. Das mit sechs Metern Länge mittelgroße Fossil gehört einer bisher unbekannten, vermutlich primitiven Gattung der Carcharodontosauriden an und zeigt überdies einige extrem ungewöhnliche Merkmale.
Buckel einzigartig bei den Dinos
So erweist sich der neue Fund als erster Dinosaurier überhaupt mit einem ausgeprägten Buckel auf dem Rücken. Die Dornfortsätze des elften und zwölften Rückenwirbels sind um das Fünffache verlängert und bilden einen fast spitz zulaufenden Auswuchs am unteren Rücken des Tieres. Nach ihm benannten die Forscher auch die neue Art als Concavenator corcovatus – den „buckeligen Jäger von Cuenca“.