Flüssiges Wasser unter der eisigen Kruste: Auch der Saturnmond Enceladus besitzt einen subglazialen Ozean, wie neue Daten der NASA-Raumsonde Cassini enthüllen. Demnach liegt 30 bis 40 Kilometer unter seinem Südpol ein großes Wasserreservoir, wie Forscher jetzt im Fachmagazin „Science“ berichten. Aus ihm könnten sich möglicherweise die Geysire speisen, die ihre Fontänen von der Mondoberfläche aus weit ins All hinaus schicken.
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Der Eismond Enceladus ist eher einer der kleineren Trabanten des Saturn, er misst nur rund 504 Kilometer im Durchmesser. Dafür aber ist der kleine Mond ziemlich dynamisch: Trotz der eisigen Kälte speit er in der Nähe seines Südpols Fontänen aus winzigen Eispartikeln weit ins All hinaus. Beobachtungen der Raumsonde Cassini hatten bereits gezeigt, dass die Kruste an diesen Stellen relativ warm ist. Forscher vermuteten daher bereits, dass es unter dem Eis flüssiges Wasser geben könnte, dass die Geysire speist.
Jetzt haben neue Daten von Cassini dies bestätigt – und die Erwartungen noch übertroffen. Denn Schwerefeldmessungen durch die Sonde zeigten eine deutliche Asymmetrie zwischen der Nord- und Südhalbkugel des Mondes. In der Nähe seines Südpols war die massenbedingte Anziehungskraft Enceladus größer als sie eigentlich sein dürfte, wenn die Kruste überall gleich aufgebaut wäre. Die Schlussfolgerung von Luciano Iess von der Sapienza Universität in Rom und seinen Kollegen: Unter der Eisschicht muss im Süden etwas liegen, dass dichter ist als Eis – flüssiges Wasser.