Riskante Operation: Zum ersten Mal werden Geoforscher einen aktiven Unterwasservulkan anbohren – den „Brothers Seamount“ vor Neuseeland. Dieser Vulkan stößt heiße, mineralreiche Flüssigkeiten und Gase aus und bezieht seine Hitze aus brodelndem Magma rund eineinhalb Kilometer unter dem Meeresboden. Die Bohrung soll erstmals direkten Einblick in die thermischen und chemischen Bedingungen in einem solchen aktiven Untersee-Vulkan bieten.
Ob am mittelozeanischen Rücken oder entlang der küstennahen Subduktionszonen der Erde: An vielen Stellen entlang dieser Plattengrenzen dringt heißes Magma bis dicht unter den Meeresboden und bildet Unterwasservulkane und Schwarze Raucher – Schlote, aus denen heißes, mit Mineralen angereichertes Wasser quillt. Die teilweise gewaltigen Seamounts zeuge n davon, wie groß diese unterseeischen Feuerberge werden können.
Aktiver Feuerberg mit Schwarzen Rauchern
Doch was im Inneren der Unterwasser-Vulkane vor sich geht, ist bisher nur in Teilen bekannt. Während einige Vulkansysteme an mittelozeanischen Rücken inzwischen recht gut untersucht sind, sind Prozesse und innere Struktur von Schwarzen Rauchern über Subduktionszonen bisher wenig erforscht. Geologen erwarten aber, dass sie sich deutlich von den mittelozeanischen Rücken unterscheiden.
Mehr Aufschluss soll nun der Brothers Seamount geben – dem hydrothermal aktivsten Untersee-Vulkan am Kermadec-Vulkanbogen nördlich von Neuseeland. Allein die Caldera dieses Feuerbergs ist drei Kilometer breit und die Kraterwände ragen bis zu 500 Meter in die Höhe. Im Zentrum des Kraters erhebe sich ein 350 Meter hoher Lavadom, an dem der Vulkan, wie an den Kraterwänden, bis 400 Grad heiße Flüssigkeiten ausspeit. Diese unterseeischen Heißwasserfontänen steigen bis zu 750 Meter in die Höhe.