Astronomen haben zum ersten Mal einen Planeten um einen fremden Stern entdeckt, der kleiner ist als die Erde. Der Radius des Planeten Kepler-20e beträgt nur 87 Prozent des Erdradius. Der 945 Lichtjahre von der Erde entfernte Himmelskörper ist damit noch kleiner als die Venus. In unmittelbarer Nähe dieses kleinen Erdzwillings stieß das internationale Forscherteam auf noch einen unbekannten Planeten, der etwa erdgroß ist. Beide umkreisen den Stern Kepler-20, der damit nun insgesamt fünf Planeten besitzt. Das berichten die Astronomen in einer Online-Vorab-Veröffentlichung des Fachmagazin „Nature“.
Bisher haben Astronomen mehr als 680 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Die meisten dieser auch als Exoplaneten oder extrasolare Planeten bezeichneten Himmelskörper sind allerdings deutlich größer als die Erde. „Der kleinste bisher bekannte Exoplanet hatte das 1,42fache des Erdradius und das 2,9fache Volumen“, schreiben Francois Fressin vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im amerikanischen Cambridge und seine Kollegen. Die beiden jetzt entdeckten Planeten seien noch einmal deutlich kleiner.
Planeten mit erdähnlicher Zusammensetzung?
Beide Planeten könnten eine erdähnliche Zusammensetzung haben, vermuten die Forscher. Wahrscheinlich besitzen sie einen Eisenkern, der rund ein Drittel ihrer Masse ausmacht, umgeben von einem silikatreichen Gesteinsmantel, der zwei Drittel einnimmt.
Der kleinere der beiden Planeten, Kepler-20e, ist nach Ansicht der Astronomen zu klein und zu heiß, um eine Atmosphäre zu haben. Er umkreist seinen knapp sonnengroßen Stern in nur 9,6 Millionen Kilometern Entfernung und benötigt 6,1 Tage für einen Umlauf. Der erdgroße Planet Kepler-20f dagegen kreist etwas weiter außen. „Kepler-20f könnte daher eine dichte Wasserdampf-Atmosphäre entwickelt haben“, meinen die Forscher.