Explosive Vergangenheit: Die Vulkane der Galapagosinseln brachen vor über zehn Millionen Jahren viel heftiger aus als heute. Ein internationales Team von Geologen hat Ascheablagerungen gefunden, die von hochexplosiven Eruptionen bis zu 450 Kilometer weit geschleudert wurden – ein ganz anderes Verhalten als die Lavaströme, die erst vor wenigen Tagen auf einer der Inseln zu sehen waren. Warum die Vulkaninseln damals derartig explosiv waren, ist noch rätselhaft, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Geology“.
Die Galapagos-Inseln haben ihren vulkanischen Ursprung vor Kurzem erneut unter Beweis gestellt: Auf Isabella, der größten Insel des Archipels, brach vergangene Woche der Vulkan Wolf nach 33 Jahren Ruhepause aus und ließ glühende Lava über die Insel strömen. Für kurze Zeit waren die Wächter des dortigen Nationalparks besorgt um die einzige Kolonie der seltenen rosa Landleguane, die an den Nordhängen des Vulkans lebt. Doch der Ausbruch ging für die Echsen glimpflich aus, die Lava floss im Südosten den Berg hinunter.
Spuren von Ausbrüchen auf versunkenen Inseln
Wissenschaftler um Julie Schindlbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel haben nun noch viel weiter zurück geschaut als bis zum Vulkanausbruch vergangener Woche: Bohrkerne aus dem Cocos-Rücken am Grund des Ostpazifiks, etwa 50 Kilometer vor der Küste von Costa Rica, lieferten den Geologen Informationen über die Entwicklung der Galapagos-Vulkane. „Alleine aus der Epoche des Miozäns, also die Zeit 16,5 und 8 Millionen Jahre vor heute, konnten wir in den Kernen 67 Aschelagen von Vulkanausbrüchen identifizieren“, berichtet Schindlbeck.

Der Punkt, von dem die Bohrkerne stammen, liegt heute mit rund 1.200 Kilometern ein gutes Stück vom vulkanischen Hotspot unter dem Galapagos-Archipel entfernt. Im Miozän dagegen betrug die Entfernung lediglich 50 bis 450 Kilometer. „Die heutigen Galapagos-Inseln sind aber nur etwa vier Millionen Jahre alt. Die älteren Inseln sind längst versunken“, erklärt Koautor Steffen Kutterolf vom GEOMAR. „Spuren von Ausbrüchen im Miozän können also nur am Meeresboden gefunden werden.“