Spannender Fund: Vor 150 Jahren wurde der Grundstein für das berühmte Märchenschloss Neuschwanstein gelegt – nun haben Forscher diesen Stein im Gemäuer wiederentdeckt. Das Geheimnis um die Lage des Grundsteins konnte dabei nur mithilfe moderner Kriminaltechnik gelüftet werden. Erst Spezialausrüstung des Landeskriminalamts machte es möglich, den verschollenen Stein mitsamt einer darin enthaltenen Metallkapsel zu verorten. Der genaue Inhalt dieser Kapsel bleibt vorerst allerdings unbekannt.
Spektakulär auf einem zerklüfteten Felsen hoch über der Pöllatschlucht thront eines der wohl berühmtesten Schlösser der Welt: Neuschwanstein. In diesem Jahr feiert der märchenhafte Königsbau ein rundes Jubiläum: Vor 150 Jahren – am 5. September 1869 – ließ Bauherr Ludwig II. den Grundstein für seinen Traum von einer Ritterburg legen. Der historischen Überlieferung zufolge enthält dieser erste Stein des Schlosses eine Metallkapsel mitsamt einem Bauplan, Porträts des Bauherrn sowie Geldmünzen.
Suche im Ritterbad
Doch wo sich der Grundstein genau befindet, blieb lange Zeit ein Geheimnis. Historiker konnten aufgrund alter Dokumente lediglich Vermutungen über seine Lage anstellen. Demnach sollen der Stein und seine Kapsel in eine Wand des sogenannten Ritterbades im Westteil des Palas gesetzt worden sein. Genau dort sind Experten nun tatsächlich auch fündig geworden – sie haben die exakte Lage des Grundsteins von Schloss Neuschwanstein entdeckt.
Der Weg zu diesem Sensationsfund war lang: Bereits vor zwei Jahren hatte der Leiter der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung, Uwe Schatz, die Suche nach dem versteckten Stein initiiert. Mit der Unterstützung von Wissenschaftlern um Rainer Drewello von der Universität Bamberg wurden mithilfe eines 3D-Scanners zunächst Pläne der Innen- und Außenseite des Ritterbades erstellt.