Die Aschewolken des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull richten zwar Chaos im europäischen Luftraum an, das Klima aber werden sie wohl nicht beeinflussen. Denn dafür, so haben die Messungen von Meteorologen ergeben, ist die Eruptionswolke nicht hoch genug und sie enthält vor allem zu wenig Schwefel, den Hauptauslöser für die abkühlend wirkenden Aerosole.
Von früheren starken Vulkanausbrüchen ist bekannt, dass Eruptionswolken zu einer global messbaren Abkühlung geführt haben. So wurde nach der Eruption des Pinatubo auf den Philippinen im Juni 1991 eine globale Abkühlung von einem halben Grad gemessen. Der Klimaeffekt von Vulkanen hängt jedoch nicht in erster Linie von der Menge an ausgestoßener Asche und Staub ab, sondern vielmehr von der in die Stratosphäre emittierten Schwefelmenge. Und in dieser Hinsicht gehört der Eyjafjallajökull eher zu den kleinen Fischen:
Zu wenig Schwefel
„Der Ausbruch des Eyjafjallajökull vom 15. April wird keine Auswirkung auf das globale Klima haben, da die emittierte Schwefelmenge zu gering ist“, erklärt Claudia Timmreck, Leiterin des Projekts „Supervulkane“ am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M). „Aus Satellitendaten sind 3.000 – 4.000 Tonnen SO2 (Schwefeldioxid) für die Eruption abgeschätzt worden. Der Pinatubo im Juni 1991 hat 5.000mal mehr SO2 emittiert“.
Messungen der Aerosole mit Laser und Sonnenlicht
Um die genaue Höhe und Dichte der Eruptionswolke herauszufinden, führen die Wissenschaftler am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie regelmäßige Messungen der Aerosoldichte durch. Mit einem Sonnenphotometer messen sie in regelmäßigen Zeitabständen die Abschwächung der Sonne in verschiedenen Bereichen des Sonnenspektrums. Aus diesen Daten lassen sich die Aerosolmenge sowie die mittlere Teilchengröße und das mittlere Absorptionsverhalten in der atmosphärischen Säule herleiten. Diese Messungen sind jedoch nur bei Sonne und Wolkenfreiheit möglich. Der LIDAR ergänzt diese Messungen. Über das Rückstreuverhalten der in die Atmosphäre gerichteten Laserstrahlen können Wissenschaftler hiermit zusätzlich auch die Vertikalverteilung atmosphärischer Teilchen erfassen.