Ungleich verteilt: Wie schwer die junge Generation unter den Folgen des Klimawandels leiden wird, haben Forscher jetzt erstmals genauer aufgeschlüsselt. Die 2020 geborenen Kinder werden demnach im Laufe ihres Lebens zwei bis siebenmal häufiger schwere Wetterextreme durchleben müssen als ihre Großeltern – sofern der Klimaschutz auf dem bisherigen Kurs bleibt. Besonders betroffen ist die Jugend in den ärmeren Ländern des Südens, aber auch in Mitteleuropa wird die Last steigen, so das Team in „Science“.
Der aktuelle Weltklimabericht des IPCC bestätigt, dass der Klimawandel schon jetzt erhebliche Folgen hat: Waldbrände, Hitzewellen, Dürren und Starkregen nehmen in vielen Regionen zu – auch bei uns. Gleichzeitig reichen die bisher eingereichten Klimaschutzziele nicht aus, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, wie im Pariser Klimaabkommen beschlossen. Für Deutschland entschied kürzlich sogar das Bundesverfassungsgericht, dass der ungenügende Klimaschutz kommende Generationen in unzulässiger Weise benachteilige.
Auf das einzelne Leben heruntergebrochen
Wie stark die Belastung der heutigen Kinder in Zukunft konkret wird, haben nun Wim Thiery von der Freien Universität Brüssel und seine Kollegen ermittelt. Dafür werteten sie Daten und Prognosen dazu aus, wie oft sechs Wetterextremen aus – Waldbrände, Dürren, Hitzewellen, Missernten, Flusshochwasser und tropische Stürme – bei 1,5 Grad Erwärmung oder bei den zurzeit realistischen drei Grad Erwärmung vorkommen werden.
Das Besondere dabei: Erstmals rechneten die Wissenschaftler diese Prognosen auf das Leben eines Einzelnen herunter. Kernfrage dabei: Wie viele dieser Wetterextreme wird ein heute in verschiedenen Regionen der Erde geborenes Kind im Laufe seines Lebens durchstehen müssen – und wie unterscheidet sich dies gegenüber der Belastung der heute über 40- oder über 60-Jährigen? Anhand von Bevölkerungsdaten und durchschnittlicher Lebensdauer untersuchte das Team zudem, wie sie dies je nach Region unterscheidet.