Kein Zufall: Dass es in Asien zu immer dramatischeren Überschwemmungen in der Monsunzeit kommt, ist keine Laune der Natur. Stattdessen belegen nun Langzeit-Wetterdaten, dass der Klimawandel bereits messbar zur Verstärkung der Regenfälle beigetragen hat. Die maximale Tagesmenge an Regen hat demnach in den verschiedenen Monsunregionen zwischen sechs und 24 Prozent pro Grad Erwärmung zugenommen, wie die Forscher im Fachmagazin „Journal of Climate“ berichten.
Der Monsun ist für weite Teile Asiens, Afrikas und Südamerikas ein unverzichtbarer Wasserspender. Gleichzeitig jedoch führen die starken Monsunregen immer wieder zu schweren Überschwemmungen. Vor allem in den letzten Jahren scheinen diese von Starkregen ausgelösten Hochwasser-Ereignisse zuzunehmen, insbesondere in Asien sind immer häufiger tausende Menschen davon betroffen. Zudem deckten Forscher vor kurzem eine klimatische Fernverbindung zwischen Starkregen in Europa und dem Monsun in Indien und Pakistan auf.
Natürlich oder menschengemacht?
Unklar blieb jedoch bisher, ob der zunehmende Monsunregen nur eine natürliche Schwankung darstellt oder ob auch er vom Klimawandel beeinflusst ist. Zwar hatten Forscher schon im Jahr 2017 erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Erwärmung des Indischen Subkontinents und einem stärkeren Monsun festgestellt. Ob dies jedoch für alle Monsunregionen gilt und welche Rolle der Klimawandel tatsächlich spielt, blieb offen.
Dies haben nun Tianjun Zhou und Wenxia Zhang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking auf Basis von Langzeitwetterdaten näher untersucht. Für ihre Studie werteten sie Daten von 5.066 Wetterstationen in Asien, Nord- und Südamerika und Afrika aus der Zeit von 1901 bis 2010 aus. Sie analysierten dabei die Entwicklung der maximalen Niederschlagsmengen im Kontext regionaler und globaler Temperaturveränderungen.