Die Kuh als Klimakiller: Diese unrühmliche Rolle der an sich friedfertigen Vierbeiner ist hinlänglich bekannt. Denn die Tiere produzieren bei der Verdauung Methan, das kontinuierlich ausgestoßen wird. Eine neue, jetzt in „Nature“ veröffentlichte Studie belegt, dass die Tiere durch ihre Exkremente und die Verdichtung des Bodens auch die Produktion des Treibhausgases durch Bodenbakterien ankurbeln.
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Grasflächen, die nicht intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, gelten im Allgemeinen als Senken für die Treibhausgase Methan, Kohlendioxid und Lachgas. Das kann sich aber ändern, wenn eine intensive Bewirtschaftung der Weiden mit Rindern erfolgt. Allerdings ist bekannt, dass auch gut durchlüftete Böden das Potential zur Methanproduktion haben. Ein Team deutscher Wissenschaftler von Institut für Bodenökologie des GSF – Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (Helmholtz-Gemeinschaft) und tschechischer Kollegen von der Akademie der Wissenschaften in BudweisDaher hat daher untersucht, inwieweit die Überwinterung von Rindern auf Weiden dieses Potential stimuliert und Grünlandböden tatsächlich zu einer Methanquelle werden.
Weidehaltung vermehrt Methanproduktion
Aus Gründen des Tierschutzes wird die Haltung von Rindern im Winter auf Weiden -mit der Möglichkeit in einem Stall zu schlafen beziehungsweise dort das Futter zu bekommen – zunehmend populärer. „Die Überwinterung der Rinder ist zumindest im Ökolandbau in ganz Mitteleuropa ziemlich verbreitet“, berichtet Dr. Schloter, der Leiter der Studie. „Man sagt, dass die Tiere dank der Bewegung im Freien weniger anfällig gegenüber Infektionskrankheiten sind und deshalb weniger Antibiotika eingesetzt werden müssen. Bewiesen ist dieser Zusammenhang allerdings nicht.“