Undichte Stellen: CO2-Speicher unter dem Meeresboden werden als Strategie im Klimaschutz diskutiert – doch Kritiker machen sich Sorgen um mögliche Lecks. Forscher haben nun ein Modell entwickelt, das künftig bei der Überwachung solcher unterirdischen Lagerstätten für Treibhausgas helfen könnte. Es sagt erstaunlich präzise vorher, wie sich die pH-Werte im Wasser in der Umgebung von Kohlendioxidaustritten verändern.
Die weltweiten Klimaschutzbemühungen kommen nur schleppend voran. Statt weniger Treibhausgas-Emissionen zu produzieren, setzt die Menschheit sogar wieder mehr CO2 frei. Inzwischen plädieren daher immer mehr Forscher für alternative Lösungen wie die CCS-Technologie. Dabei wird das Kohlendioxid aktiv aus der Luft gezogen und anschließend zum Beispiel tief unter dem Meeresboden gespeichert.
Vor der norwegischen Küste gibt es eine solche Anlage zur Abscheidung und Speicherung von CO2 bereits. Doch der Ansatz ist nicht unumstritten. Kritiker befürchten unter anderem, dass das Treibhausgas durch Lecks wieder an die Oberfläche treten könnte. Im Meer würde dies zwar ein geringeres Risiko bedeuten als an Land, weil sich das Gas im Meerwasser auflöst. Die damit verbundenen Veränderungen des pH-Werts könnten jedoch Meeresbewohnern schaden und marine Ökosysteme verändern.
Test an natürlichen Quellen
Das Problem: „Derzeit gibt es keine etablierte Methode, um mögliche Kohlendioxidleckagen zu lokalisieren und die Gesamtmenge des austretenden Gases zu bestimmen, wenn sich die Austrittsstellen über ein mehrere hundert Quadratmeter großes Gebiet erstrecken“, erklärt Jonas Gros vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Aus diesem Grund haben der Wissenschaftler und seine Kollegen nun ein Computermodell entwickelt, das genau dabei künftig helfen könnte.