In einer Probe Mondgesteins haben Wissenschaftler Apatit, ein Phosphat-Mineral, entdeckt, dass genauso viel flüchtige Elemente enthält wie seine auf der Erde häufige Variante. Dieses jetzt in „Nature“ veröffentlichte Ergebnis widerlegt bisherige Annahmen und deutet – gestützt auch durch Nachweise von Hydroxyl im Apatit – darauf hin, dass bei vergangenen Vulkanausbrüchen auf dem Mond Wasserdampf eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte.
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Der Mond galt bis vor kurzem als ziemlich trockener Himmelskörper. Erst in den letzen Monaten und Jahren häufen sich Hinweise auf Wassereis und Hydroxylmoleküle auf der Mondoberfläche, aber auch in tieferen Schichten des Mondgesteins. Erst kürzlich entdeckten Forscher Spuren des Phosphat-Minerals Apatit, das ebenfalls Hydroxyl enthielt. Jetzt hat ein amerikanisches Forscherteam unter Leitung von Jeremy Boyce vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena nicht nur erneut Hydroxyl in Mondapatit nachgewiesen, sie stießen auch auf flüchtige Stoffe, die es laut gängige Lehrmeinung auf dem Mond kaum geben soll.
Es gibt Gesteine auf dem Mond, die nach Ansicht von Geologen einst durch gasreiche Eruptionen gebildet wurden. Auf der Erde spielt dabei meist Wasserdampf die entscheidende Rolle: Aus wasserhaltigem Gestein durch die heiße Lava abrupt verdampft, sorgt er für besonders explosive Vulkanausbrüche. Doch auf dem Mond, so dachte man, wurde mangels Wasser diese Rolle vorwiegend von Kohlendioxid und Schwefelgasen übernommen.