Brutal ermordet: Forscher haben einen 33.000 Jahre alten Todesfall als Mord enttarnt. Ihre Analysen der Schädelverletzung eines frühen Europäers aus Rumänien zeigen: Dieser Mann bekam zu Lebzeiten zwei gezielte Schläge mit einer Keule auf den Kopf – und starb aller Wahrscheinlichkeit daran. Der Täter dieses altsteinzeitlichen Mordes ist rückblickend zwar nicht mehr festzustellen. Klar ist aber: Er war Linkshänder.
Gewalt, Mord und Totschlag sind kein neuzeitliches Phänomen: Schon unter Neandertalern gab es tödliche Fehden, Massaker und sogar Kannibalismus und auch der Homo sapiens ging mit seinen Mitmenschen nicht immer zimperlich um. So belegen Skelettfunde, dass unsere Vorfahren bereits vor tausenden von Jahren Kriege führten und brutale Massenhinrichtungen vollzogen. Ein berühmtes Mordopfer ist auch der Gletschermann „Ötzi“, der vor rund 5.000 Jahren an schweren Verletzungen starb.
Post mortem oder nicht?
Einen weiteren Fall tödlicher Gewalt haben nun Anthropologen um Elena Kranioti von der Universität Kreta bestätigt. Das Opfer: Ein Mann, der vor 33.000 Jahren im heutigen Rumänien das Zeitliche segnete. Das bereits 1941 in der Cioclovina-Höhle in Süd-Transsylvanien gefundene Skelett gehört zu den wenigen erhaltenen Fossilien früher moderner Europäer – und hat seit seiner Entdeckung immer wieder für Diskussionen gesorgt.
Die große Frage war: Ist die auffällige Fraktur an der rechten Schädelseite dieses Toten post mortem entstanden oder wurde der Mann zu Lebzeiten derart heftig verletzt? „Letztere Interpretation wurde jüngst in Frage gestellt, auch weil die Fraktur in der ersten Beschreibung des Fundes von 1942 nicht vorkommt“, erklären die Forscher.