Günstige Winde: Forscher haben geklärt, warum die Polynesier die Osterinsel und Neuseeland erst vor rund tausend Jahren in größerem Maße besiedelten: Vorher verhinderten vorherrschende Ostwinde die Kolonisierung. Erst als im 9. und 13. Jahrhundert das Klima umschlug und Südwestwinde häufiger wurden, konnten die Kanus vor dem Wind nach Osten und Süden segeln, wie australische Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ berichten.
Schon vor tausenden von Jahren besiedelten Menschen die Inselwelt Polynesiens. Mit Hilfe von Auslegerbooten und Doppelrumpfkanus breiteten sie sich dabei vom Festland und den Philippinen kommend immer weiter nach Osten und Süden aus. Neuseeland und die weit östlich gelegene Osterinsel erreichten diese frühen Siedler allerdings erst mit großer Verzögerung: Erst im 13. Jahrhundert nach Christus wurden auch diese Inseln kolonisiert, wie archäologische Funde nahelegen.
Erreichbar nur gegen den Wind?
Schon seit langem rätselt man, wie die frühen Polynesier es schafften, mit ihren einfachen Booten hunderte von Kilometern über das offenen Meer zu fahren – und das zudem entgegen der vorherrschenden Windrichtung. Denn in dieser Region weht normalerweise ein ausgeprägter Ostwind. Um die Osterinsel zu erreichen, hätten die Polynesier daher gegen den Wind kreuzen müssen. Doch mit ihren simplen Segelbooten war dies eigentlich kaum machbar.
Ian Goodwin von der Macquarie University in Sydney und seine Kollegen haben daher anhand von Klimamodellen untersucht, ob es früher möglicherweise Perioden gab, in denen sich die vorherrschende Windrichtung umkehrte oder zumindest so veränderte, dass ein Segeln vor dem Wind möglich war.