Marine Hitze: Für mehr als die Hälfte unserer Ozeane sind Hitzewellen zum Normalzustand geworden. Die Temperatur dieser Meeresgebiete liegt inzwischen dauerhaft in Bereichen, die dort noch vor 100 Jahren als seltene Hitzeextreme galten, wie Forscher ermittelt haben. Besonders ausgeprägt ist diese marine Hitze im Indischen Ozean, im Südatlantik und im Nordpolarmeer. Für viele marine Ökosysteme bedeutet dies eine akute Bedrohung.
Dass die Ozeane im Zuge des Klimawandels immer wärmer werden ist nicht verwunderlich. Denn als wichtige Klimapuffer nehmen sie einen Großteil der vom anthropogenen Klimawandel verursachten Wärme auf. Seit einigen Jahren erreichen die globalen Meerestemperaturen dadurch immer wieder Rekordwerte. Aber auch marine Hitzewellen nehmen zu und verursachen schwere Korallenbleichen und andere Massensterben.
Marine Hitzeextreme im Blick
Wie häufig gerade die extremen Hitzephasen in den Meeren geworden sind, haben nun Kisei Tanaka vom Monterey Bay Aquarium in Kalifornien und Kyle Van Houtan von der Duke University näher untersucht. Dafür werteten sie zunächst historische Messdaten aus, um die zwischen 1870 und 1919 extremsten Temperaturwerte für Meeresgebiete weltweit zu ermitteln. Als Extremwerte galten dabei jeweils die oberen zwei Prozent der Messwerte.
Im zweiten Schritt nutzten die Forscher die Messdaten von 1920 bis 2019, um den langfristigen Trend für diese Extremwerte zu untersuchen. Sie ermittelten für jedes der sieben Weltmeere und für jede Unterregion bis in die nationalen Hoheitsgewässer hinein, wie wann und wie oft diese Hitzegrenzwerte überschritten wurden. „Wir haben zudem ermittelt, ab welchem Jahr mindestens die Hälfte eines Meeres dauerhaft über diesen Grenzwerten geblieben ist“, erklärt das Team.