Zum ersten Mal haben Forscher einen Hinweis darauf entdeckt, dass auch in der Antarktis einst große pflanzenfressende Dinosaurier lebten. Auf der James-Ross-Insel fanden sie den rund 90 Millionen Jahre alten Schwanzwirbel eines Titanosauriers, eines langhalsigen, vierbeinig laufenden Pflanzenfressers. Zu ihnen gehörten auch Giganten der Kreidezeit wie der mehr als 20 Meter lange Brachiosaurus. „Diese Sauriergruppe hat man bisher schon auf allen Kontinenten gefunden, nur nicht in der Antarktis – bis jetzt“, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Naturwissenschaften“.
Weil ein Großteil des antarktischen Kontinents von mehr als drei Kilometer dickem Eis bedeckt ist, ist es für Wissenschaftler schwierig, dort Zeugnisse vergangenen Lebens zu finden. Selbst in den wenigen im Sommer eisfreien Gebieten entlang der Küsten sind meist nur Knochenreste erhalten. Denn der starke Frost und große Temperaturunterschiede zwischen Polartag und Polarnacht zerstören das mürbe Knochenmaterial schnell.
Die Forscher sehen es daher als Glücksfall an, im Boden der James-Ross-Insel den rund 19 Zentimeter hohen und 16 Zentimeter breiten Wirbel gefunden zu haben. Aus der Größe des Wirbels und der Form der Knochen schlossen sie, dass es sich um einen Schwanzwirbel eines Titanosauriers handeln muss.
Noch viele Rätsel um Titanosaurier
„Nur an einem einzigen Knochen können wir nicht viel erkennen, daher kennen wir die Gattung oder Art dieses Dinosauriers nicht“, sagt Mitautorin Paulina Carabajal vom Museo Carmen Funes im argentinischen Neuquén. Aber sie seien sich sehr sicher, dass es sich um einen Titanosaurier handele.