Kam sie aus Polen? Auf der dänischen Insel Langeland haben Archäologen das Grab einer Wikingerfrau entdeckt, die mit einer Kriegsaxt begraben wurde. Dies spricht dafür, dass es sich hier entweder um eine Kriegerin handelte oder dass sie diese Axt im rituellen Kontext verwendete. Interessant auch: Weil diese Axt slawischer Machart ist, könnte diese Kriegerin ebenfalls aus dem slawischen Raum stammen.
Vor rund tausend Jahren dominierten die Wikinger weite Teile Nordeuropas und segelten sogar bis nach Grönland und Nordamerika. Sie unterhielten ein ausgedehntes Handelsnetz, waren aber vor allem als Krieger und räuberische Eroberer gefürchtet. Gängiger Annahme nach war dabei das Kriegshandwerk Männersache, während die Frauen Hof und Kinder versorgten.
Gab es „nordische Amazonen“?
Doch schon vor einigen Jahren haben Archäologen in Skandinavien einige Gräber entdeckt, in denen Wikingerfrauen in vollem Kriegsstaat bestattet worden waren. Eine dieser Kriegerinnen, begraben im schwedischen Birka, muss ihren Grabbeigaben nach sogar eine Art Anführerin oder Offizierin gewesen sein. Stimmen demnach die Legenden von den „nordischen Amazonen“ die an der Seite der Männer kämpften?
Einer der Forscher, die dieser Frage auf den Grund gehen, ist Leszek Gardela von der Universität Bonn. Er hat im Rahmen seiner Studie gezielt nach weiteren Gräbern möglicher Wikingerkriegerinnen gesucht – mit Erfolg. Neben den bereits bekannten 20 Gräbern mit bewaffneten Wikingerfrauen stieß er auf zehn weitere Grabstätten mit Waffen als Grabbeigaben, in denen höchstwahrscheinlich weibliche Tote bestattet lagen.