Bis der Strick reißt: Die Trennung von Kontinenten läuft offensichtlich immer nach demselben Muster ab. Wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten, bewegen sich die Platten zunächst nur langsam auseinander. Doch beim eigentlichen Zerreißen der Erdteile geht es plötzlich rasant zu. Denn ist die Verbindung schwach genug, reicht schon wenig Kraft, um die Kontinente vollständig voneinander zu trennen – ähnlich wie bei einem Seilriss beim Tauziehen.
Die Entstehungsgeschichte der Kontinente, wie wir sie heute kennen, begann vor Hunderten von Millionen Jahren. Damals brach der Urkontinent Pangaea auseinander. Aus seinen Hauptbruchstücken Gondwana und Laurasia entstanden schließlich die aktuellen Kontinente, die sich mit Geschwindigkeiten von 20 bis 80 Millimetern pro Jahr bewegen und die heutige Plattentektonik charakterisieren.
Doch wie lief das Auseinanderbrechen der Superkontinente ab? Diese Frage ist wissenschaftlich noch immer nicht vollständig geklärt. Forscher um Sascha Brune vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam liefern nun jedoch eine Antwort. Sie haben die Mechanismen entschlüsselt, die einer Trennung von Erdteilen in der Vergangenheit typischerweise zugrunde lagen.
Trennung in zwei Phasen
Gemeinsam mit Kollegen von der Universität Sydney untersuchte Brune dafür eine Vielzahl von Kontinentbruchstellen, sogenannte Riftzonen. Die Forscher analysierten das seismische Profil dieser Zonen, um zu erkennen, wo und wie die Kontinente beim Trennungsprozess gedehnt worden waren. Computersimulationen halfen ihnen dann, den zeitlichen Ablauf dieses Geschehens zu rekonstruieren.