Als fast alles Leben starb: Das schlimmste Massenaussterben der Erdgeschichte war das Ergebnis einer ganzen Kaskade fataler Ereignisse, wie eine Studie enthüllt. Vor 252 Millionen Jahren schleuderten erst Vulkane in Sibirien Unmengen CO2 in die Luft, was das Klima aufheizte und die Meere versauern ließ. Dann spülte verstärkte Gesteinsverwitterung Nährstoffe ins Meer, destabilisierte die Stoffkreisläufe und verursachte Sauerstoffmangel.
Vor 252 Millionen Jahren wäre das irdische Leben fast zum Erliegen gekommen. Denn am Ende des Perm-Zeitalters starben drei Viertel der Landlebewesen und 95 Prozent der Meeresbewohner innerhalb kurzer Zeit aus. Als Ursache galten schon länger Vulkanausbrüche in den Sibirischen Trapps, die große Mengen an Treibhausgasen freisetzten. Dies veränderte das Klima und ließ die Meere versauern. Unklar blieb allerdings, inwieweit auch andere Ereignisse wie das Auftauen von Methanhydraten oder Massenvermehrungen von methanerzeugenden Bakterien an der Katastrophen beteiligt waren.
Den Anfang machten die Vulkane
Was damals tatsächlich geschah und welche geochemischen Abläufe dahintersteckten, hat nun ein Team um Hana Jurikova vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Meeresforschung Kiel rekonstruiert. Dafür hatten die Forscher Bor-Isotope in den Kalkschalen von muschelähnlichen Brachiopoden aus der Zeit des Massenaussterbens analysiert. Anhand dieser Daten konnten sie den Ablauf und das Ausmaß der Versauerung der Ozeane, aber auch dessen Ursachen und die atmosphärischen CO2-Werte jener Zeit nachvollziehen.
Die Analysen bestätigen, dass die Vulkanausbrüche der sibirischen Trapps der Auslöser der Katastrophe waren. Über mehrere Jahrtausende hinweg setzen sie 105.600 Gigatonen CO2 in die Atmosphäre frei. Dies verursachte einen starken Treibhauseffekt, der die Temperaturen um bis zu zehn Grads ansteigen ließ, wie die Forscher ermittelten.