Spannender Fund: Im Zentrum Anatoliens haben Archäologen Spuren eines verlorenen Königreichs entdeckt. Sein Herrscher hat vor knapp 3.000 Jahren den legendären König Midas besiegt, wie eine nahe dem Stadthügel Türkmen-Karahöyük entdeckte Steleninschrift verrät. Der Fund enthüllt nicht nur ein neues Reich im eisenzeitlichen Kleinasien, er klärt auch, wer der rätselhafte König Hartapu war, der anderswo erwähnt wurde.
Anatolien gehört zu den frühesten Zentren menschlicher Zivilisation. Schon vor rund 11.000 Jahren errichteten dort Steinzeitjäger die Steinkreise von Göbekli Tepe, wenig später entstand in dieser Region mit Catalhöyuk die älteste Großsiedlung der Welt. Sogar die indoeuropäische Sprache könnte einer Theorie zufolge in diesem Gebiet ihren Ursprung haben. Während der Bronze- und Eisenzeit lag Anatolien am Schnittpunkt wichtiger Fernhandelswege und brachte mehrere große Königreiche hervor.

Vergrabene Relikte einer riesigen Stadt
Auf ein zuvor unbekanntes Königreich in dieser Region sind nun Archäologen um James Osborne von der University of Chicago gestoßen. Gemeinsam mit britischen und türkischen Kollegen führen sie Ausgrabungen des Stadthügels von Türkmen-Karahöyük durch. Schon 2017 deuteten erste Funde und Kartierungen darauf hin, dass sich im Inneren des Hügels die Überreste einer großen, etwa seit 4500 vor Christus bestehenden Siedlung verbergen müssen.
Inzwischen haben weitere Ausgrabungen tausende von Keramikscherben und Gebäuderesten zutage gefördert. „Während der späten Bronzezeit, vor allem im 13. bis 14. Jahrhundert, wuchs Türkmen-Karahöyük auf die erstaunliche Größe von mehr als 125 Hektar heran“, berichten die Forscher. „Dies macht es zu einem der größten prähellenistischen Orte in ganz Anatolien.“ Bis etwa 600 vor Christus behielt die Stadt offenbar ihre Größe und Bedeutung bei.