Rätselhafte Wanderung: Drei Unterwasserberge haben sich als Puzzleteile eines einzigen, einst gewaltigen Untersee-Vulkans entpuppt. Das Überraschende daran: Diese Vulkanteile liegen heute mehr als 3.500 Kilometer weit auseinander auf gegenüberliegenden Seiten des Südatlantik. Sie wurden auseinandergerissen, als in der Mitte des Atlantiks neue Kruste aus dem Untergrund quoll und der Ozean immer breiter wurde, wie Forscher im Fachmagazin „Geology“ berichten.
Tief unter der Wasseroberfläche der Ozeane liegen nahe der Plattengrenzen und der mittelozeanischen Rücken häufig Seamounts – erloschene Unterwasservulkane. Im Pazifik bilden sie zudem oft auffällige Ketten, die zeigen, wie ein vulkanischer Hotspot sich im Laufe der Erdgeschichte immer wieder durch die Erdkruste brannte. In seltenen Fällen entdecken Geoforscher sogar Seamounts fernab jeder klassischen Vulkanschmiede, wie 2013 vor der Antarktis-Küste.
Unterseeberge vor Südafrika
Ein weiteres erstaunliches Seamount-Phänomen haben Kaj Hoernle vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und seine Kollegen nun im Südatlantik entdeckt. Bei der Auswertung von topografischen Daten fielen ihnen zunächst zwei Seamounts vor der Küste Südafrikas auf. Der Richardson-Seamount liegt rund 800 Kilometer südwestlich des Kaps der Guten Hoffnung, der Meteor-Seamount rund 1.800 Kilometer vor der Küste.
Das Interessante daran: „Beide haben eine ähnliche Form und Höhe, die gleiche geochemische Zusammensetzung und sind 70 bis 80 Millionen Jahre alt“, berichtet Hoernles Kollegin Antje Schwindrofska. „Das zeigt, dass sie ursprünglich zwei Teile eines größeren Vulkans bildeten.“ Indizien dafür liefert auch ihre Lage direkt an einer in Ost-West-Richtung verlaufenden geologischen Verwerfung, der Agulhas-Falkland-Fracture Zone.