Nicht nur Erdbeben, auch Vulkane können sich gegenseitig beeinflussen: Eine jetzt in „Nature Geoscience” erschienene Studie hat eine Kette von Magmavorstößen in die äthiopische Riftzone untersucht, deren Abfolge keineswegs zufällig war. Wie sich zeigte, verändert jede Eruption die Spannungsmuster im Untergrund und kann damit Ausbrüche nahegelegener Vulkane fördern oder aber hemmen.
{1l}
Bei Erdbeben ist es seit langem ein bekanntes Prinzip: Ein Beben an einer Stelle einer Verwerfung kann in der Folgezeit etliche weitere Beben im nahen und weiteren Umfeld auslösen, da sich die Spannungsverhältnisse im Untergrund verändern. Doch für Vulkane war eine solche gegenseitige Beeinflussung bisher nur für absolute Einzelfälle bekannt. Ob dies möglicherweise für bestimmte Eruptionsformen ein typischer Prozess sein könnte, war unklar.
Magmaeinbruch in Riftzone
Jetzt jedoch hat ein internationales Team von Geologen eine einzigartige Möglichkeit entdeckt, einen solchen potenziellen Zusammenhang zu untersuchen. In der Afarwüste in Nordäthiopien verläuft die Plattengrenze zwischen Nubischer und Arabischer Platte, zwei sich auseinanderbewegenden tektonischen Platten. Hier begann im Jahr 2005 eine bis 2009 anhaltende „Rifting Episode“, das Durchbrechen heißen Magmas in die Riftzone.