Ertappt: Astronomen haben auf einen Schlag 138 zuvor unerkannte Asteroiden zwischen Mars und Jupiter entdeckt. Darunter sind erstmals auch Brocken von nur zehn bis einigen hundert Meter Durchmesser – die kleinsten bisher im Asteroidengürtel detektierten. Möglich machte dies eine Methode, die diese Asteroiden im „Störrauschen“ von Aufnahmen des James-Webb-Teleskops aufspürte. Die neue Methode kann damit auch dazu beitragen, Asteroiden auf Erdkurs früher als bisher zu identifizieren.
Im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter kreisen Millionen Himmelskörper – von kleinen, nur wenige Meter großen Trümmerstücken über kilometergroße Asteroiden bis hin zu Kleinplaneten wie Ceres. Wenn diese Brocken aus der Bahn geraten, können sie zur Gefahr für die Erde werden. Doch bisher konnten Teleskope nur rund 750.000 Asteroiden genauer identifizieren, fast alle davon sind größer als ein Kilometer. Obwohl auch kleinere Brocken beim Einschlag verheerende Schäden anrichten können, waren sie auf diese Entfernung hin schlicht nicht sichtbar.

Als Störrauschen getarnt
Das hat sich jetzt geändert – dank einer Technik, die eigentlich Störsignale aus Aufnahmen von Exoplaneten, Sternen und anderen weiter entfernten Objekten entfernen soll. Typischerweise müssen Astronomen dabei störende Vordergrundobjekte wie Gas, Staub oder auch vor dem Zielobjekt vorbeiziehende Asteroiden herausfiltern. „Für die meisten Astronomen sind Asteroiden eher lästig, da sie die Daten beeinträchtigen“, erklärt Erstautor Julien de Wit vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Doch ihre Forschung zu Exoplaneten brachte de Wit und seinen Kollegen Artem Burdanov auf die Idee, diese Störsignale näher zu untersuchen. Dafür werteten sie rund 10.000 Infrarotaufnahmen des James-Webb-Teleskops aus, das dieses vom rund 40 Lichtjahre entfernten Stern TRAPPIST-1 gemacht hatte – dem Stern, um den Astronomen gleich sieben erdähnliche Exoplaneten entdeckt haben. Ein Teil des Störrauschens in diesen Aufnahmen stammt von Objekten im Asteroidengürtel.