Planetarer Extremist: Der 322 Lichtjahre entfernte Gasriese WASP-189b ist so heiß, dass er von selbst leuchtet. Wenn er hinter seinem Stern verschwindet, sinkt die Helligkeit des Systems messbar ab, wie Beobachtungen mit dem CHEOPS-Weltraumteleskop enthüllen. Zudem umkreist der Gasriese seinen jungen Mutterstern extrem nah und auf einem um fast 90 Grad gekippten Orbit. Wie es zu dieser ungewöhnlichen Konfiguration kam, ist noch offen.
Viele der bisher entdeckten Exoplaneten gehören zu den sogenannten heißen Jupitern – großen Gasplaneten, die ihre Sterne nah umkreisen. Dadurch heizen sie sich so stark auf, dass selbst Metalle verdampfen und es nachts Eisen regnet, wie kürzliche bei dem Exoplaneten WASP-76b nachgewiesen. Andere heiße Jupiter sind ihrem Stern so nah, dass dieser ihnen große Mengen an Gas absaugt.
Heißer Jupiter um blauen Extremstern
Ein weiterer Vertreter dieser Extrem-Planeten ist WASP-189b. Dieser liegt rund 322 Lichtjahre von uns entfernt und umkreist einen schon für sich genommen extremen Stern vom Spektraltyp A. Dieser junge, bläuliche Stern ist 2.000 Grad heißer als die Sonne und strahlt große Mengen harter UV-Strahlung aus. „Nur eine Handvoll von Planeten sind bisher um so heiße Sterne bekannt“, erklärt Erstautorin Monika Lendl von der Universität Genf. Einer von ihnen, KELT-9b, wurde erst 2017 entdeckt.
Jetzt haben Lendl und ihr Team mithilfe des ESA-Weltraumteleskops CHEOPS mit WASP-189b einen weiteren dieser „Extremisten“ beobachtet. Der Gasriese ist etwa eineinhalb mal so groß wie Jupiter und umkreist seinen Stern 20 Mal näher als die Erde de Sonne. Er benötigt nur 2,7 Tage für einen Umlauf, wie die Astronomen anhand der Abschattungen in der Lichtkurve seines Muttersterns feststellten.