Reise zum innersten Planeten: Am 20. Oktober startet die europäisch-japanische Weltraummission BepiColombo zum Merkur – einem der bisher am wenigsten erforschten Planeten unseres Sonnensystems. Die Doppelsonde wird erst der dritte Besuch sein, den der Merkur erhält. BepiColombo soll unter anderem die Oberfläche und Zusammensetzung des Planeten erkunden, aber auch sein stark vom Sonnenwind beeinflusstes Magnetfeld. 2025 wird sie den Merkur erreichen.
Der Merkur ist ein Planet der Extreme – und der Überraschungen. So ist der sonnennächste Planet kleiner, dichter und älter als alle anderen im Sonnensystem und er rotiert ungewöhnlich schnell. Außerdem besitzt er einen extrem großen Kern, den er vielleicht einer urzeitlichen Kollision verdankt. Und besonders seltsam: Der Merkur schrumpft – und das bis heute.
BepiColombo: Zwei in eins
Doch trotz all dieser merkwürdigen Eigenschaften ist der Merkur bisher kaum erforscht. Nur zwei Raumsonden kamen ihm nahe, in den 1970er Jahren die Raumsonde Mariner 10 und vor wenigen Jahren die Raumsonde MESSENGER, die ihn als erstes Gefährt überhaupt mehrere Jahre lang umkreiste. Doch selbst sie konnte längst nicht alle Rätsel um den innersten Planeten lösen.
Deshalb soll nun BepiColombo den Staffelstab übernehmen. Die Mission besteht aus zwei Orbitersonden, dem Mercury Planetary Orbiter (MPO) von der ESA und der japanischen Sonde Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO). Beide sind während des siebenjährigen Fluges in einer gemeinsamen Fähre untergebracht, dem Mercury Composite Spacecraft (MCS). Dieses sorgt für den nötigen Antrieb, versorgt die Raumsonden mit Energie und schützt sie durch einen speziellen Schutzschild vor der Hitze und Strahlung der Sonne.