Spiegel unserer Zukunft: Ein rund 6.500 Lichtjahre entferntes Planetensystem verrät, wie unser eigenes Sonnensystem einst enden wird. Denn in ihm haben Astronomen erstmals einen intakten Planeten um einen ausgebrannten Sternenrest entdeckt. Dieser Gasriese hat demnach das Aufblähen seines sterbenden Sterns zum Roten Riesen und den anschließenden Kollaps zum Weißen Zwerg überstanden, wie das Team im Fachmagazin „Nature“ erklärt. Ähnliches sagen Modelle für Jupiter und Saturn in unserem Sonnensystem voraus.
Noch steht unsere Sonne in der Mitte ihres Lebenszyklus – aber dies bleibt nicht so. Je mehr unser Stern altert, desto heller und heißer wird er. Die Erde könnte dadurch schon in rund einer Milliarde Jahren ihre Lebenswelt verlieren. In rund fünf Milliarden Jahren wird sich die Sonne zum Roten Riesen aufblähen und dabei nach und nach das gesamte innere Sonnensystem verschlingen – auch unsere Erde. Wenig später wird die Sonne ihre äußeren Hüllen als Planetarischen Nebel ausschleudern, während ihr Kern aus ausgebrannter Rest zurückbeleibt – als Weißer Zwerg.

Zwischen Sternenwind und Gezeitenkräften
Doch wie stehen die Chancen für weiter außen kreisende Planeten wie Jupiter und Saturn, das Ende der Sonne zu überstehen? Modellen zufolge spielen dafür zwei gegensätzliche Kräfte eine Rolle: Zum einen drückt der stärker werdende Sonnenwind des Roten Riesen die Planeten weiter nach außen und könnte sie daher vor dem Verschlungenwerden bewahren. Anderseits erzeugt die aufgeblähte Sonne aber enorme Gezeitenkräfte in den nahen Planeten, die sie zerreißen könnten.
Welches Schicksal den äußeren Gasriesen droht, ist daher unklar. Hinzu kommt: Bisher haben Astronomen zwar Weiße Zwerge mit Planetentrümmern und sogar Resten eines Planetenkerns beobachtet. Einen ausgebrannte Sternenrest mit einem intakten Planeten in seinem Orbit konnten sie dagegen noch nie aufspüren. „Es gab bisher keinen eindeutigen Nachweis eines solchen Überlebenden“, erklären Joshua Blackman von der University of Tasmania und seine Kollegen.